Kühlschrank-Hygiene

Abbildung 1:
Mit knurrendem Magen zum Kühlschrank, in der Hoffnung auf eine schnelle Leckerei und dann die böse Überraschung: Statt des erwarteten, frischen Geruchs schlägt Ihnen aus den Kühlfächern ein muffiger Hauch entgegen.
Das ist nicht nur unappetitlich, sondern hat womöglich auch gesundheitsschädliche Gründe. Glücklicherweise lässt sich die Kühlschrankhygiene mit einfachen Mitteln verbessern.

Ein Kühlschrank dient dazu, frische Lebensmittel zu konservieren und sie so länger haltbar zu machen. Die niedrige Temperatur alleine ist aber keine Garantie dafür, dass das wirklich funktioniert. Die verschiedenen Lebensmittel bleiben trotz der Lagerung im Kühlschrank immer noch verderblich. Hinzu kommt, selbst der sorgsamste Umgang mit einem der wichtigsten Geräte im Haushalt kann oftmals nicht verhindern, dass Feuchtigkeit ins Kühlschrankinnere gelangt.

Zusammen ergibt sich daraus eine gute Umgebung für Keime, Bakterien und Schimmel. Damit einher gehen die bekannten unangenehmen Gerüche. Abgesehen vom notwendigen Säubern des Kühlschranks können aber schon vorbeugende Maßnahmen helfen, der Geruchs- und Schimmelentwicklung einen gewissen Einhalt zu gebieten.

Beim Kühlschrank ist Schubladendenken ausnahmsweise nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Der Hintergrund sind die unterschiedlichen Fächer mit jeweils leicht unterschiedlichen Temperaturen.

  • Das oberste Fach ist – sofern man davon in einem Kühlschrank sprechen kann – das wärmste. Hier sollten Sie solche Lebensmittel aufbewahren, die sie auch über einen längeren Zeitraum noch essen können, wie eingelegte oder geräucherte Produkte. Auch zubereitete (und ausreichend abgekühlte) Speisen gehören in das oberste Fach.
  • Der mittlere Bereich ist für Milchprodukte vorgesehen: Deponieren sie Käse, Joghurt, Sahne und ähnliche Lebensmittel hier.
  • In den unteren Fächern – falls dort nicht ohnehin eigens vorgesehene Frischeschubladen integriert sind – ist dann Platz für Obst- und Gemüse sowie die leicht verderblichen Lebensmittel wie Frischfleisch und -fisch.
  • Die Kühlschranktüren sind beim Öffnen am meisten von den schwankenden Temperaturen betroffen, deswegen verstauen Sie dort vorzugsweise Lebensmittel, die davon nur wenig beeinträchtigt werden. Hierzu gehören Getränke, Marmeladen und Fertigsaucen.

Hinweis:
So groß der Wunsch auch sein mag, möglichst viele Lebensmittel im Kühlschrank unterzubringen, so ist das bei vielen gar nicht notwendig.

Kühlschrank-Ordnung

Abbildung 2:
Ordnung ist auch im Kühlschrank das halbe Leben: Die richtige Unterbringung der Lebensmittel verlängert nicht nur deren Haltbarkeit, sondern beugt auch der unliebsamen Entwicklung von Gerüchen vor.

Am ordentlichsten sieht der Kühlschrankinhalt üblicherweise nach dem Einkauf aus, wenn alle Lebensmittel akkurat eingeräumt wurden. Allerdings ist es ebenso üblich, dass sich dieser Zustand meist nur über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten lässt.

Dabei hat das Ordnung halten überhaupt nichts mit ästhetischen Gründen zu tun und selbst die logistischen Aspekte (also vornehmlich die leichte Erreichbarkeit häufig genutzter Lebensmittel) spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.

In erster Linie dient der Aufwand, beispielsweise Lebensmittel aus geöffneten Packungen in fest verschließbare Plastikdosen umzufüllen, der Verlängerung der Haltbarkeit. Abgesehen davon verhindert die getrennte Aufbewahrung, dass die Lebensmittel die Gerüche anderer Produkte annehmen – von der allgemeinen Geruchsentwicklung ganz zu schweigen. Übrigens sollten auch Eier nicht in die Nähe stark riechender Lebensmittel geraten – die Schale ist luftdurchlässig, der Geruch kann also durchaus ins Innere der Eier gelangen.

Das gilt gleichzeitig für die dazugehörigen Eierkartons. Diese so wie Pappverpackungen im allgemeinen nehmen ebenfalls leicht Fremdgerüche an. Verzichten Sie also nach Möglichkeit darauf. Bei den Eierkartons besteht sogar die Möglichkeit, darauf sitzende Keime in den Kühlschrank zu schleusen.

Der Kühlschrank sollte zwar in regelmäßigen Abständen – etwa alle 2 bis 4 Wochen – gründlich gereinigt werden. Allerdings ist das ein vergleichsweise großer Zeitraum, um letztlich doch für die unerwünschte Geruchsentwicklung zu sorgen. In der Zeit zwischen zwei Reinigungen können Sie allerdings zu verschiedenen Haushaltsmitteln greifen, die Gerüche im Kühlschrank einzudämmen.

  • Natron und Backpulver: Natron ist ja ohnehin ein vielseitig verwendbares Haushaltsmittel und es kann deshalb – genau wie Backpulver – ebenfalls eingesetzt werden, um Gerüche im Kühlschrank zu binden (funktioniert auch bei Geschirrspülmaschinen und Waschmaschinen). Dafür reichen schon ein paar Esslöffel in einer flachen Schale, die Sie offen in den Kühlschrank stellen. Zusätzlich binden Natron und Backpulver eventuelle Feuchtigkeit im Kühlschrankinneren, die wiederum das Entstehen unangenehmer Gerüche fördert. Wechseln das Pulver nach etwa 4 Wochen aus.
    Natron/Backpulver

    Abbildung 3:
    Mit einem kleinen Schälchen Natron oder Backpulver können die Gerüche eingefangen werden, die trotz adäquater Verpackung der Lebensmittel entstehen können.

  • Kaffee:Weniger geruchsneutral ist Kaffeepulver. Sowohl frisch gemahlen als auch in Form von Kaffeesatz bindet es dafür nicht nur die unangenehmen, sondern verbreitet zugleich einen sehr viel angenehmeren Geruch. Das zwingt Sie allerdings dazu, die aufbewahrten Lebensmittel ordentlich zu verpacken.
    Alternative: Vanille kommt im Hygienebereich zwar vorwiegend bei der Körperpflege oder in Raumdüften zum Einsatz, allerdings erfüllen Vanilleschoten ihren wohlriechenden Zweck ebenso gut im Kühlschrank. Das kann allerdings recht durchdringend werden.
  • Zitrone:Gleichfalls in verschiedener Weise nützlich für den Haushalt ist Zitronensaft. Sie können allerdings auch die Zitronenschale (etwa nach dem Auspressen) als Mittel gegen Kühlschrankgerüche einsetzen. Anders als die bisherigen Hausmittel müssen Sie die Zitronen spätestens nach 5 Tagen ausgetauscht werden.
  • Apfel und Kartoffel:Ähnliche Erfolge mit ähnlichen Nachteilen erzielen sie mit Hilfe eines halbierten Apfels oder einigen Kartoffelscheiben. Der offensichtliche Nachteil derartiger Geruchsbinder, abgesehen von der Notwendigkeit des häufigen Wechselns, ist die potenzielle Gefahr, die von jedem offen gelagerten, verderblichen Lebensmittel im Kühlschrank ausgeht. Gehen Sie daher sorgsam mit diesen Mitteln um und tauschen Sie diese lieber häufiger als zu selten aus.
  • Essig: Ist in gewisser Weise in unterschiedlicher Weise geeignet, die Geruchsentwicklung im Kühlschrank zu verhindern. Da der Eigengeruch von Essig jedoch recht durchdringend sein kann, greifen Sie statt einer im Kühlschrank stehenden Schale vielleicht lieber zum Putzlappen. Mit verdünnter Essigessenz lässt sich der Kühlschrank auch reinigen – wenn Sie allerdings mit einem Schimmelproblem zu kämpfen haben, müssen Sie zu anderen Mitteln greifen.

Ungeachtet der jeweiligen Vor- und Nachteile dieser Hausmittel ist ihr größter Pluspunkt die einfache Verfügbarkeit. So gut wie jedes der aufgeführten Mittel ist in einem normal ausgestatteten Haushalt vorhanden. Grundsätzlich ist es allerdings noch besser, die potenziellen Ursachen für schlechte Gerüche und Schimmelbildung im Auge zu behalten. Entdecken Sie letztere, bleibt Ihnen ohnehin nur eine gründliche Reinigung – da helfen auch die Geruchsbinder nur wenig.

Sobald Schimmelsporen im Spiel sind, liegt eine grundlegende Desinfektion mit chemischen Reinigungsmitteln nahe. Nötig ist die Chemiekeule allerdings nicht, insbesondere dann nicht, wenn Sie ohnehin regelmäßige Reinigungen des Kühlschranks vornehmen. Damit entfernen Sie in der Regel Verschmutzungen, Ablagerungen und mögliche Keime und beugen der Schimmelbildung vor. Für das Kühlschrankinnere können Sie statt zu herkömmlichen Reinigern zu einer Mischung aus zwei Löffeln Natron und einem Liter warmem Wasser greifen.

Das macht genauso sauber und ist (siehe oben) gleichzeitig geruchsneutralisierend. Ähnlich gute Ergebnisse erreichen Sie, wie oben schon aufgezeigt, mit einer Essiglösung. Falls Sie weder Natron noch Essig zur Hand haben, reicht auch ein handelsübliches Spülmittel. Diese verfügen außerdem normalerweise über gute Fettlöseeigenschaften und helfen so dabei, Speisereste aus dem Kühlschrank zu entfernen.

Kühlschrank säubern

Abbildung 4:
Ausräumen, ausschalten, auswischen und auslüften – mit diesen Schritten, der nötigen Sorgfalt und einfachen Haushaltsmitteln geht es leicht zum sauberen Kühlschrank.

Nach dem Reinigen sollten Sie vor allem darauf achten, dass sich keine Feuchtigkeit mehr im Kühlschrank befindet. Geben Sie ihrem Gerät daher ausreichend Zeit zum Auslüften. Je nach verwendetem Putzmittel verflüchtigen sich so auch gleich die damit verbundenen Gerüche, die Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an Ihren Lebensmitteln haben wollen. Bei der oben beschriebenen Natronlösung fällt dieser Aspekt praktischerweise weg, das Trocknen hingegen selbstverständlich nicht.

Hinweis:
So wichtig die Hygiene im Kühlschrank sein mag, bei der Verwendung der Putzmittel müssen Sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Besonders scharfe Reiniger, die gleichzeitig für die Desinfektion sorgen sollen, sind gar nicht notwendig.

Auch auf Schwerschwämme sollten sie verzichten, denn damit verursachen sie im schlimmsten Fall Kratzer in den Kunststoffteilen des Kühlschranks. Die sehen nicht nur unschön aus, sondern werden überdies schnell zu Brutstätten für Keime – alle Anstrengungen um einen optimale Kühlschrankhygiene würden sich damit ins Gegenteil umkehren.


Bildnachweise:
  • Abbildung 1: fotolia.com © Andrey Popov
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