Die Funktionsweise eines Staubsaugers

Aktualisiert03.10.2026KategorieStaubsauger

Ein Staubsauger erzeugt mit einem motorbetriebenen Gebläse einen Luftstrom. Dieser trägt gelösten Schmutz von der Düse über Rohr und Schlauch zum Beutel oder Behälter. Filter halten weitere Partikel zurück, bevor die Luft ausgeblasen wird. Deshalb beeinflussen Düse, freie Luftwege und korrekt sitzende Filter gemeinsam das Ergebnis, nicht allein die Motorleistung.

Bei beutellosen Staubsaugern wird ein großer Teil des Schmutzes im Zyklon abgeschieden. Auch diese Geräte benötigen Filter. Die genaue Anordnung der Bauteile variiert zwischen Boden- und Akkusaugern.

Schauen wir uns zunächst einmal die einzelnen Teile an, die es in jedem Beutelstaubsauger gibt:

Staubsauger Einzelteile
Abbildung 1: Übersicht der wichtigsten Bauteile eines klassischen Beutelstaubsaugers.
  • Gehäuseboden: Der Gehäuseboden entspricht dem Chassis eines Autos, es ist also sozusagen das Fahrgestell des Staubsaugers. Der Gehäuseboden ist das tragende Teil, an dem Motor und alle anderen Teile des Staubsaugers befestigt sind.
  • Abdeckung: Dieser Deckel lässt sich öffnen, denn darunter befinden sich Staubbeutel und ggf. auch Filter, die regelmäßig gewechselt werden sollten.
  • Hintere Abdeckung: Dieser Teil der Gehäuseabdeckung enthält sämtliche Bedienelemente: den Ein-/Aus-Schalter sowie ggf. einen Regler zur Einstellung der Saugstärke und eine Taste für die Kabelautomatik. Die hintere Abdeckung verbirgt den Motor und wird nur dann vom Techniker geöffnet, wenn eine Reparatur notwendig ist.
  • Beutelhalter: In diesen Haltebügel wird der Staubbeutel eingeklemmt. Hier merkt man auch, ob man den passenden Beutel gekauft hat - also für den Einkauf am besten immer die Beutel-Nummer notieren.
  • Staubbeutel: In diesem meist aus Papier oder Vliesstoff bestehenden Beutel sammelt sich der Staub. Nicht jeder Beutel passt in jeden Staubsauger; achten Sie auf die genaue Modellfreigabe.
  • Stromkabel: Damit der Staubsauger-Motor läuft, muss der Stecker am Ende des Stromkabels in die Steckdose. Und damit man nicht ständig das lange Kabel hinter sich herschleifen muss, gibt es eine praktische Aufroll-Automatik im Innern des Staubsaugers.

Das Gebläse erzeugt einen Druckunterschied und hält Luft in Bewegung. Die Düse muss den Schmutz zunächst lösen beziehungsweise erfassen; der Luftstrom transportiert ihn dann zum Beutel. Ein hoher Unterdruck allein genügt nicht, wenn eine verstopfte Öffnung kaum Luft durchlässt.

Teppich saugen
Abbildung 2: Bei der Teppichreinigung wird Staub über die Düse aufgenommen und in den Beutel transportiert.

Eingesaugt wird der Staub dabei durch die Ansaugöffnung am Ende des Saugschlauches - die sogenannte Düse. Moderne Staubsauger sind in der Regel mit unterschiedlichen Düsen für verschiedene Untergründe ausgestattet: Neben der breiten Bodendüse (ggf. mit Umschaltmöglichkeit für Teppiche und glatte Böden) gibt es oft noch spezielle Möbelpinsel oder schmale Fugendüsen, die den Staub auch aus engen Zwischenräumen saugen können.

Bei einer umschaltbaren Bodendüse richtet sich die Stellung nach Boden und Anleitung: Für Hartboden werden die Borsten häufig ausgefahren, für Teppich eingezogen. Eine solche Düse ist nicht mit einer rotierenden Turbo- oder Elektrobürste gleichzusetzen. Für empfindliche Beläge gilt die Pflegefreigabe des Bodenherstellers; stärkeres Festsaugen ist kein Reinigungsnachweis.

Der Staubbeutel besteht aus mehreren Papierlagen oder speziellen Vliesstoffen, die zwar die eingesaugte Luft durchlassen, den darin herumwirbelnden Staub jedoch herausfiltern. So sammelt sich der Staub im Staubbeutel und die eingesaugte Luft kommt, nun vom Staub gesäubert, hinten aus dem Staubsauger wieder heraus.

Staubsauger Motor
Abbildung 3: Das Gebläse erzeugt den Unterdruck, der den Staub durch Düse und Saugrohr in den Beutel zieht.

Die folgende Infografik fasst den Luftweg noch einmal zusammen: Staub wird an der Düse aufgenommen, durch Saugrohr und Gerät geführt, im Beutel oder Behälter gesammelt und nach Filter und Gebläse als gereinigte Luft wieder ausgeblasen.

Infografik zur Funktionsweise eines Staubsaugers
Abbildung 4: Die Infografik zeigt den Weg von Staub und Luft durch Düse, Saugrohr, Staubbeutel bzw. Staubbox, Filter und Gebläse.

Ein beutelloser Staubsauger saugt die Luft ebenfalls über Düse, Rohr und Schlauch an. Der Unterschied liegt darin, was danach mit Staub und Luft passiert. Statt eines Staubbeutels nutzt das Gerät eine Staubbox und meist ein Zyklonprinzip: Die eingesaugte Luft wird im Behälter stark verwirbelt. Durch diese schnelle Drehbewegung werden schwerere Schmutzpartikel nach außen gedrückt und sammeln sich in der Staubbox.

Das Prinzip lässt sich grob so zusammenfassen:

  1. Die Düse nimmt Staub, Krümel und Haare auf.
  2. Der Luftstrom transportiert den Schmutz in die Staubbox.
  3. Im Zyklon wird der Staub aus dem Luftstrom getrennt.
  4. Grober Schmutz bleibt im Behälter zurück.
  5. Feinere Partikel werden durch Filter zurückgehalten.
  6. Die gereinigte Luft wird wieder ausgeblasen.
Infografik zur Funktionsweise eines beutellosen Staubsaugers
Abbildung 5: Beim beutellosen Staubsauger trennt der Zyklon groben Schmutz aus dem Luftstrom; feiner Staub wird anschließend gefiltert.

Wichtig: Beutellos bedeutet nicht filterlos. Auch ein beutelloser Sauger braucht Filter, damit feiner Staub nicht wieder in Richtung Motor oder Ausblasluft gelangt. Deshalb müssen Staubbox, Zykloneinsatz und Filter regelmäßig geleert und nach Anleitung gepflegt werden. Nicht jeder Filter oder Zykloneinsatz darf gewaschen werden. Waschbare Teile müssen vor dem Einbau vollständig trocknen. Vor Wartung Strom trennen, bei Akkusaugern die Sicherungsvorgaben der Anleitung beachten. Wird die Box zu voll oder setzt sich der Filter zu, kann die Saugleistung sinken.

Bauart Schmutz landet in Was regelmäßig anfällt
Mit Beutel Staubbeutel Beutel wechseln, Filter kontrollieren
Ohne Beutel Staubbox Box leeren, Filter und Zykloneinsatz reinigen

Für Allergiker kann die Entleerung einer Staubbox unangenehm sein, weil dabei leichter Staub aufwirbelt. Ein Beutelstaubsauger ist in dieser Situation oft hygienischer, sofern Beutel und Filter zum Gerät passen. Beutellose Modelle punkten dagegen, weil keine Staubbeutel nachgekauft werden müssen und man den Füllstand direkt sieht.

Grundsätzlich funktioniert das Saugen genauso, wie wenn man mit einem Strohhalm Wasser ansaugt: Nämlich dadurch, dass man im Mund einen Unterdruck erzeugt, der das Wasser durch den Strohhalm in den Mund befördert.

Im Staubsauger wird der Unterdruck durch ein motorbetriebenes Gebläse erzeugt: Wenn das Stromkabel in der Steckdose steckt und der Motor eingeschaltet wird, wandelt er elektrische Energie in mechanische Energie um - in diesem Fall in eine Drehbewegung. Diese wird vom Gebläse aufgenommen.

Das Gebläse besteht in der Regel aus einem Radialverdichter, dessen rotierende Blätter entsprechend den Prinzipien der Strömungsmechanik einen Unterdruck erzeugen. Dieser Unterdruck herrscht im gesamten Staubsaugerinneren, wo sich auch der Staubbeutel befindet, und wird über das Saugrohr bis zur Düse übertragen. Der Druck ist dabei nicht überall gleich; Luftwege und Filter verursachen Widerstände.

Ist eine Düse auf dem Teppich schwer zu schieben, bedeutet das nicht automatisch gute Reinigung. Prüfen Sie Düsenstellung und Leistungsstufe nach Geräte- und Bodenanleitung. Ein vorhandener Nebenluftregler lässt zusätzliche Luft ein und kann das Festsaugen verringern. Bei nachlassender Leistung hilft die Fehlersuche zur Saugkraft. Watt, Unterdruck in Pa und Airwatt sind unterschiedliche Angaben, keine austauschbaren Messwerte für die tatsächlich vom Boden entfernte Schmutzmenge.

Quellen für Wartung und Düsenwahl: Bosch BGB75XSIL, Gebrauchsanleitung, Abschnitte 11 und 14; Dyson V8, Herstelleranleitung, "Pflege Ihrer Böden" und "Filter waschen".

Weitere Ratgeber zur Auswahl, Nutzung und Einordnung.