Frühjahrsputz Step-by-Step: In 8 Schritten zum frühlingsfrischen Zuhause

Frühjahrsputz
Abbildung 1: "Alles neu macht der Mai" - mit einem gründlichen Frühjahrsputz verleihen Sie Ihrem Zuhause neuen Glanz

Der Frühjahrsputz muss nicht an einem einzigen Tag fertig werden. Wählen Sie einen Raum oder eine Aufgabe, räumen Sie zuerst frei und reinigen Sie von oben nach unten. Der Boden kommt jeweils zuletzt. Mit passenden Mitteln und getrennten Tüchern ist ein kleiner, abgeschlossener Abschnitt hilfreicher als eine überall begonnene Großaktion.

So teilen Sie die acht Schritte auf:

Etappe Was dazugehört Woran Sie den Abschluss erkennen
Vorbereiten Wege freiräumen, Textilien nach Pflegefreigabe sortieren Laufwege sind frei und die Wäsche kann anschließend trocknen
Wohnraum Fenster, hohe Ablagen und zuletzt Boden Der Raum ist wieder nutzbar; keine Reinigungssachen stehen im Weg
Küche oder Bad Jeweils einen Bereich mit geeigneten Mitteln reinigen Ablagen sind trocken, Lebensmittel beziehungsweise Pflegeartikel wieder passend eingeräumt
Abschließen Flur und benutzte Hilfsmittel Tücher sind gewechselt, Mittel sicher verstaut und Wege frei

Sie können die Etappen auf mehrere Tage verteilen. Fenster müssen nicht in allen Zimmern gleichzeitig fertig werden; Küche und Bad dürfen eigene Termine bekommen.

Damit der systematische Frühjahrsputz wirklich gelingt, sollten alle notwendigen Hilfsmittel bereits vorhanden sein. Unbedingt zur Ausstattung gehören:

  • Staubwedel bzw. Staubtücher
  • Staubsauger
  • Wischlappen
  • Eimer
  • Putzmittel (Allzweckreiniger, Spülmittel, Glasreiniger, WC-Reiniger, Scheuermilch, Haushaltsessig/Entkalker/Zitronensäure)
  • Gummihandschuhe

Letztere erfüllen verschiedene Zwecke, sie mindern den Ekel vor dem direkten Kontakt mit Schmutz und schützen die Hände vor allzu ausgiebigem Kontakt mit den Reinigungsmitteln. Neben diesen Dingen sollten Sie sich zudem einen Überblick darüber verschaffen, was überhaupt erledigt werden muss.

Reiniger nicht mischen. Beachten Sie Dosierung, Einwirkzeit und Schutzangaben auf der Verpackung. Lüften Sie beim Putzen und bewahren Sie die Mittel für Kinder unzugänglich in ihren Originalbehältern auf. Schalten Sie elektrische Geräte vor der feuchten Reinigung aus und trennen Sie sie von der Stromversorgung. Gehäuse, Anschlüsse und elektronische Bauteile nur nach Herstelleranleitung reinigen.

Im Zweifelsfall notieren Sie die bevorstehenden Aufgaben, damit nicht nach getaner Arbeit doch noch etwas unerledigt geblieben ist. Dann fällt das erneute Aufraffen erfahrungsgemäß recht schwer.

Handwerkszeug
Abbildung 2: Für alle Fälle gewappnet: Der Frühjahrsputz braucht nicht nur Zeit, sondern auch ein gewisses „Handwerkzeug.“

Schritt 1: Freie Wege für Putzteufel

Räumen Sie im gewählten Bereich Boden und Ablagen frei. Legen Sie Dinge an ihren Platz, statt sie nur auf die nächste Fläche zu verschieben. Stellen Sie eine Sammelkiste für Gegenstände aus anderen Räumen bereit, damit Sie die Arbeit nicht ständig unterbrechen. Schwere Möbel und angeschlossene Geräte müssen dafür nicht pauschal verrückt werden.

Schritt 2: Das Grobe erledigen

Bleiben immer noch einige größere Teile, die wahrscheinlich auch ein wenig Frühlingsfrische vertragen können. Und wenn Sie schon die ganze Wohnung auf Vordermann bringen wollen, sollten Sie vor Vorhängen, Teppichen und Bettwäsche nicht zurückschrecken. Daher besteht der nächste Schritt darin, die Fenster von den Gardinen, die Betten von Kissen- und Polsterbezügen sowie die Böden von allen Teppichen zu befreien.

Prüfen Sie vor dem Waschen die Pflegeetiketten. Nur maschinenwaschbare Textilien gehören in die Waschmaschine; Gardinen, Teppiche und große Bezüge sind nicht pauschal dafür geeignet. Beachten Sie Programm, Temperatur und Beladungsgrenze. Nicht waschbare Teppiche reinigen Sie nach Materialvorgabe, statt sie ungeprüft nass zu behandeln.

Trotz aller Vorbereitungen bleiben Haus- und Wohnungsputz eine Menge Arbeit und die möchte niemand gerne doppelt machen müssen. Wenn Sie sich an einige einfache Regeln halten, ist dies auch gar nicht notwendig:

  1. Wohnräume vor Küche und Bad

Wenn Sie mehrere Räume an einem Tag reinigen, lassen Sie Küche und Bad bis zum Ende nutzbar: Dort holen Sie meist Wasser und leeren den Eimer. Bei getrennten Tagesetappen beginnen Sie dagegen mit dem Raum, der aktuell am meisten Aufmerksamkeit braucht. Diese Reihenfolge ist eine Organisationshilfe, keine feste Hygienevorschrift.

  1. Von oben nach unten, von hinten nach vorn

Alles folgt der Schwerkraft, auch wenn Staubpartikel dafür vielleicht eine Weile brauchen. Ändert aber nichts daran, dass beim Staubwischen immer auch Rückstände auf dem Boden landen - folglich ist es einfacher, mit dem Säubern von Schränken, Regalen und Ablagen ganz oben anzufangen.

Da es außerdem keinen Sinn macht, erst zu putzen und den Raum noch einmal durchqueren zu müssen, weil sich in den hinteren Winkeln noch Schmutzreste angesammelt haben, wird genau dort angefangen und sich in die vorderen Bereiche vorgearbeitet.

  1. Der Boden zum Schluss

Erst wenn alle anderen Putzaufgaben im jeweiligen Raum erledigt sind, können dessen Böden gesäubert werden. Das erspart Ihnen ein wiederholtes Hervorholen von Wischmopp oder Dampfreiniger.

Dampf ist nur eine Option, wenn sowohl Geräteanleitung als auch Bodenhersteller die Anwendung auf dem Belag erlauben.

Das „von-hinten-nach-vorn“-Prinzip gilt hier ebenfalls. Putzen Sie immer in Richtung der Zimmertür oder - falls möglich - in Richtung von Küche und Bad, denn dort können Sie den Putzeimer gleich ausleeren. Auf diese Weise können die geputzten Flächen in Ruhe trocknen und erhalten keine neuen Fußspuren.

Fensterreinigung
Abbildung 3: Nach den ersten Aufräumarbeiten steht mit dem Säubern der Fenster die erste echte Putz-Aufgabe auf dem Plan.

Schritt 3: Für Durchblick sorgen

Ohne die Gardinen und Vorhänge ist der Blick frei auf die Fenster - aber ist er auch durch die Fenster frei? Nach dem Winter mit all seinen Niederschlägen höchstwahrscheinlich nicht. Bevor irgendetwas anderes geputzt wird, sind daher die Scheiben dran.

Reinigen Sie zuerst Rahmen und Fensterbank, danach die Scheibe. Ein Tuch und ein Abzieher reichen für viele Fenster; ein Akku-Fenstersauger ist eine mögliche Hilfe zum Absaugen des Wassers, aber kein notwendiger Kauf für den Frühjahrsputz. Nutzen Sie für hohe Fenster einen sicheren Standplatz und lehnen Sie sich nicht zum Putzen nach außen.

Schritt 4: Abgestaubt

Beginnen Sie mit hohen, sicher erreichbaren Ablagen und arbeiten Sie nach unten. Nehmen Sie Gegenstände abschnittsweise herunter, reinigen Sie die freigegebene Oberfläche und räumen Sie erst wieder ein, wenn sie trocken ist. So müssen nicht gleichzeitig sämtliche Regale leer stehen. Bildschirme nur nach ihrer Herstelleranleitung reinigen; ein beliebiger Glasreiniger ist dafür keine allgemeine Empfehlung.

Schritt 5: Der Boden der Tatsachen

Sind alle Oberflächen staub- und schmutzfrei, können Sie sich den Böden widmen. Teppichböden werden gründlich mit dem Staubsauger behandelt.

Bei allen anderen Fußböden sollten Sie vorsichtig mit der Verwendung von Wasser umgehen - zu viel davon schadet manchen Bodenbelägen: Im schlimmsten Fall verziehen sich hölzerne Dielen- oder Parkettböden, bei Laminat besteht die Gefahr, dass es aufquillt. Nebelfeucht statt vollkommen durchnässt lautet in dieser Hinsicht die Faustregel, unabhängig davon wie verschmutzt der Boden ist.

Bodenputz
Abbildung 4: Steinfliesen sind weniger anfällig, bei allen anderen Böden wie Holzdielen und Laminat ist ein dosierter Einsatz von Wasser angeraten.

Das bedeutet unter Umständen, dass mehr als ein Durchgang notwendig ist, um die Böden wirklich sauber zu bekommen. Aber das Putzen dient eben nicht allein dem Säubern, sondern ist auch eine langfristige Pflegemaßnahme. Das sollten Sie immer berücksichtigen.

Schritt 6: Küchenhygiene

Erst wenn die Wohnräume vollständig geputzt sind, fangen Sie mit Küche und Bad an (siehe Regel 1). In der Küche beginnen Sie mit dem Inneren der Schränke, anschließend säubern Sie die Küchenfronten, Fliesen und Arbeitsflächen. Das Reinigungsmittel wählen Sie je nach Grad der Verschmutzung. Alkalische Reiniger sind nur dann nötig, wenn es gilt, hartnäckige Fettverschmutzungen, die z.B. durch den Betrieb einer Friteuse entstanden sind, loszuwerden. Ansonsten sind Allzweckreiniger vollkommen ausreichend.

Der Vollständigkeit halber ist dies auch eine gute Gelegenheit, Kühlschrank und Herd eine gründliche Reinigung zu gönnen. Schalten Sie Geräte vor der Reinigung nach Anleitung aus, trennen Sie sie von der Stromversorgung und lassen Sie heiße Flächen abkühlen. Lagern Sie empfindliche Lebensmittel während der Kühlschrankreinigung kühl. Nehmen Sie nur die dafür vorgesehenen Ablagen heraus; Gehäuse und elektrische Bauteile werden nicht zerlegt.

Einzelteile aus Glas oder Kunststoff dürfen nur bei ausdrücklicher Herstellerfreigabe in den Geschirrspüler. Verwenden Sie dort ausschließlich für Geschirrspüler geeignetes Geschirrspülmittel, kein Handspülmittel: Es kann starke Schaumbildung und Geräteschäden verursachen. Nicht freigegebene Teile reinigen Sie von Hand nach Anleitung.

Schritt 7: Badespaß

Im vorletzten Schritt kümmern Sie sich um das Badezimmer. Reinigen Sie Waschbecken und Badewanne mit einem für die Oberfläche geeigneten Mittel. Scheuernde Produkte sind nicht für jede Beschichtung erlaubt. Nutzen Sie für Küche, Bad und Toilette getrennte Tücher, zum Beispiel in unterschiedlichen Farben, und reinigen Sie die Toilette zuletzt.

Waschbare Putztücher müssen nicht nach jeder Verwendung weggeworfen werden. Wechseln Sie sie häufig, waschen Sie sie gemäß den Hygienehinweisen bei mindestens 60 °C und lassen Sie sie danach zügig trocknen. Wählen Sie dafür geeignete, entsprechend waschbare Tücher. Eine routinemäßige Desinfektion ist im normalen Privathaushalt nicht erforderlich; besondere medizinische Situationen werden nach fachlicher Beratung beurteilt.

Verkalkte Armaturen
Abbildung 5: Verkalkte Badezimmer-Armaturen nur mit einem für Oberfläche und Material freigegebenen Reiniger behandeln.

Bei Armaturen zählt die Materialfreigabe, nicht die Bezeichnung "natürlich". Reiben Sie nicht pauschal mit einer aufgeschnittenen Zitrone oder Haushaltsessig über die Oberfläche. hansgrohe empfiehlt für seine Armaturen milde Reiniger auf Zitronensäurebasis, untersagt aber unter anderem Essigsäure und scheuernde Hilfsmittel. Das ist eine Herstellerempfehlung und keine Freigabe für jede Armatur. Beachten Sie die Vorgaben Ihres Herstellers, geben Sie geeigneten Reiniger auf ein weiches Tuch und spülen Sie nach der vorgesehenen Einwirkzeit nach. Auch Kalklöser auf Fliesen und Fugen nur verwenden, wenn deren Material dafür geeignet ist.

Schritt 8: Flurbereinigung

Bleibt abschließend nur noch ein „Raum“ übrig: Der Flur wird erst dann geputzt, wenn der Rest der Wohnung abgehakt ist. Es gelten die üblichen Hinweise für das Reinigen von Böden.

Sie kennen Ihre Wohnung in- und auswendig, wissen von jedem noch so kleinen Winkel - trotzdem wird ein ausgiebiger Frühjahrsputz Zeit in Anspruch nehmen. Üblicherweise mehr als vorgesehen. Deshalb sollten Sie sich selbst einen Gefallen tun und Ihre Arbeitsgeschwindigkeit nicht über- und das Ausmaß der zu erledigenden Aufgaben nicht unterschätzen.

Planen Sie sowohl für das Putzen selbst als auch für gelegentliche Pausen ausreichend Zeit ein. Letztere werden Sie mit Sicherheit brauchen, denn ein Frühjahrsputz geht irgendwann an die Substanz. Trink- und Esspausen sollten daher im Zeitplan berücksichtigt werden.

Planen Sie keine feste Stundenzahl für eine unbekannte Wohnungsgröße und Verschmutzung. Vereinbaren Sie stattdessen ein erreichbares Etappenziel, etwa ein Zimmer oder die Kühlschrankreinigung, und lassen Sie Zeit zum Trocknen und Einräumen. Wird es länger als gedacht, beenden Sie den begonnenen Bereich und verschieben den nächsten.

Unter Zeitdruck macht das Putzen nämlich nicht nur weniger Spaß, sondern verleitet außerdem zu Nachlässigkeiten. Und genau das wollen Sie ja bei einem gründlichen Frühjahrsputz vermeiden.

Quellen (4)


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