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Wer sich heutzutage einen neuen Staubsauger kauft, steht zunächst vor einem Informationsproblem: er muß nämlich versuchen zu verstehen, was die vielen Fachausdrücke auf den Beipackzetteln oder den EU-Energieetiketten eigentlich bedeuten.

Denn es wimmelt auf diesen EU-Energielabels (und auch in den Produktdatenblättern und Bedienungsanleitungen) nur so von verschiedenen Klassen: da gibt es solche, in denen die Geräte bzgl. ihrer Fähigkeiten für die Reinigung von Hartböden oder Teppichen eingestuft werden, auch die Energieeffizienz wird in einer speziellen Klasse beurteilt, und, was uns hier besonders interessiert, es gibt eine Staubemissionsklasse.

Diese eben erwähnten 4 Klassen findet man derzeit als Pflichtangabe für die Hersteller auf den EU-Energielabels, und es ist gut, wenn man als Käufer eines Staubsaugers wenigstens eine ungefähre Ahnung davon hat, was sich hinter diesen Klassen verbirgt. Wir wollen uns mit einer bestimmten Klasse beschäftigen, nämlich der Staubemissionsklasse.


Staubemissionsklasse und Staubrück­halte­vermögen

Die Staubemissionsklasse unterteilt die Staubsauger nach ihrem Staubrück­halte­vermögen. Je höher dieses Rückhaltevermögen ist, desto höher liegt auch die Klasse, in die das betreffende Gerät eingestuft wird. Dabei ist A die höchst erreichbare Klasse, G bezeichnet die Klasse mit dem niedrigsten Staubrück­halte­vermögen.

Was bedeutet das jetzt genau und wie wird dieses Rückhaltevermögen gemessen?

Zunächst mißt man bei maximalem Luftstrom, wieviel Staub das Gerät ansaugt. Dann mißt man, wieviel Prozent von diesem angesaugten Staub wieder durch die Abluft an den umgebenden Raum abgegeben wird. Und genau darauf kommt es bei der Staubemission an: der prozentuale Anteil des angesaugten Staubes, der wieder abgegeben wird, sollte so niedrig wie möglich sein.

Damit dies erreicht wird, gibt es alle möglichen Filter in Staubsaugern: Motorfilter, Abluftfilter, HEPA-Filter - doch eines sollte man sich merken: die Qualität eines einzelnen dieser Filter hat nur beschränkten Einfluß auf die Staubemissionsklasse. Das Zusammenspiel aller Filter, aber auch die Bauweise und die Dichtigkeit der einzelnen Gerätekomponenten ergeben erst das gemessene Staubrückhaltevermögen.

Die Klasseneinteilung der Staubemission

Wie sieht nun die Klasseneinteilung für die Staubemission genau aus? Es existieren derzeit 7 Klassen für die Staubemission:

KlassennameZugelassener Staubanteil (dre) in der Abluft
Adre ≤0,02
B0,02 < dre ≤ 0,08 %
C0,08 < dre ≤ 0,20 %
D0,20 < dre ≤ 0,35 %
E0,35 < dre ≤ 0,60 %
F0,60 < dre ≤ 1,00 %
G dre > 1,00 %
In die Klasse A fallen also alle Staubsauger, bei denen weniger als 0,02% des eingesaugten Staubes durch die Abluft wieder in den Raum gelangen. Bei Klasse B schwankt dieser Wert zwischen 0,02 bis 0,08 Prozent u.s.w.. Ganz schlechte Geräte zählen zur Klasse G, die aber ab September 2017 bei neu gekauften Staubsaugern nicht mehr zugelassen ist.

Die Klassen für die Staubemission finden Sie sowohl auf dem EU-Energieetikett als auch in den Produktdatenblättern und den Bedienungsanleitungen. Verbraucher mit einer Hausstauballergie sollten möglichst einen Staubsauger der Emissionsklasse A erwerben, aber auch in anderen Anwendungsbereichen legt man Wert auf Geräte mit der höchsten Emissionsklasse, z.B. in Intensivstationen oder Operationsräumen von Krankenhäusern oder in den Labors der Fertigungsindustrie, in denen elektronische Bauteile entwickelt und zusammengesetzt werden.

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Reicht für Allergiker ein Staubsauger mit der Staubemissionsklasse A aus? Bei der Antwort auf diese Frage ist Vorsicht geboten: hier kommt es nämlich entscheidend darauf an, nicht nur die Menge der wieder an die Aussenluft abgegebenen Staubkörner möglichst gering zu halten, sondern auch deren Größe. Gerade im Bereich unter 0,5 Mikrometern (1 Mikrometer = 1 Millionstel Meter bzw. 1 Tausendstel Millimeter) tummeln sich Staubkörnchen, die Hausstaub-Allergikern Probleme bereiten können.

Dabei sind es nicht diese Staubkörnchen selbst, sondern die Eier und sonstigen Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, die sich vom Hausstaub ernährt, die den Allergikern Probleme bereiten. Die Hausstaubmilbe ist ein mikroskopisch kleines Insekt, das in jedem normalen Haushalt zu finden ist und in der Regel für die Menschen keine Gefahr darstellt. Nur für Personen, die unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, ist eine Überempfindlichkeit gegen die winzigen, eiweißhaltigen Kotballen der Milben gegeben.


Hausstaubmilbe

Die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe können für Allergiker unangenehme Folgen haben.

Deshalb ist ein Staubsauger mit einem besonders leistungsfähigen Filtermechanismus empfehlenswert.



Eine der Maßnahmen, die Stauballergiker gegen allergische Reaktionen schützen kann, ist z.B. der Einsatz von hochwirksamen Abluftfiltern in Staubsaugern. Solche Filter können Teilchen mit einer Größe von 0,1 bis 0,3 Mikrometern abfangen und nehmen damit den Milben die Nahrungsgrundlage. Dieses Größenintervall erscheint zunächst etwas willkürlich, aber es wurde nachgewiesen, daß größere und sogar kleinere Partikel aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften besser abgeschieden werden (Schwebstofffilter).

Um die Wirksamkeit dieser Filter messen zu können, wurden sie gemäß der europäischen Norm EN 1822-1/2009 in verschiedene Filterklassen eingeteilt, ähnlich den Staubemissionsklassen:

KlassennameAbscheidegrad
EPA 10> 85 Prozent
EPA 11> 95 Prozent
EPA 12> 99,5 Prozent
HEPA 13> 99,95 Prozent
HEPA 14> 99,995 Prozent
ULPA 15> 99,9995 Prozent
ULPA 16> 99,99995 Prozent
ULPA 16> 99,999995 Prozent

Die Bedeutung der einzelnen Kürzel:
  • EPA - Efficiency Particulate Arrestance-filter
  • HEPA - High Efficiency Particulate Arrestance-filter
  • ULPA - Ultra Low Penetration Air

Leider halten sich aber nicht alle Hersteller an diese Norm. Statt dessen werden die Abluftfilter häufig mit phantasievollen Namen (z.B. Air-Clean-Filter) verbunden, den genauen Abscheidegrad und die Prüfbedingungen erfährt man allerdings nicht. Dies liegt u.a. daran, daß die EU-Normen anders als die EU-Vorschriften keine für die Hersteller bindende Wirkung haben. Angesichts der schnellen Weiterentwicklung der EU-Vorschriften - insbesondere für Haushaltsgeräte - besteht aber durchaus die Aussicht, daß auch die Staubfilterklassen irgendwann in den Status einer EU-Vorschrift gehoben werden.

Für uns als Verbraucher bleibt aber vorerst entscheidend, wieviel Staub unser Staubsauger am Ende doch noch durchläßt, unabhängig von der Filterart. Für Allergiker kommt als 2. Faktor dann aber noch die Qualität des Abluftfilters hinzu, der mindestens in der Klasse der EPA-Filter liegen sollte.

Hinweis:
Hausstauballergiker sollten beim Kauf eines Staubsaugers darauf achten, daß dieser die Staubemissionsklasse "A" hat und sein Abluftfilter mindestens der Staubfilterklasse EPA, besser noch der Klasse HEPA zugeordnet ist.

In der 1.Stufe der EU-Verordnung 666/2013 gab es noch keine Mindestanforderung für den Wert der Staubemissionsklasse, jedoch war die Angabe dieser Klasse auf dem EU-Energielabel vorgeschrieben. Ab dem 01.09.2017 darf die Staubemission eines neu gekauften Staubsaugers höchstens 1,00 % betragen, d.h. er muß mindestens der Klasse "F" angehören.

Nachfolgend eine Liste von Bodenstaubsaugern mit Beutel, die die Staubemissionsklasse "A" besitzen und folglich über einen besonders leistungsfähigen Filtermechanismus verfügen:


Nachfolgend eine Liste von Bodenstaubsaugern ohne Beutel, die die Staubemissionsklasse "A" besitzen und folglich über einen besonders leistungsfähigen Filtermechanismus verfügen:


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