Inhaltsverzeichnis
Strom sparen beginnt mit dem tatsächlichen Verbrauch: Messen Sie, welche Geräte viel Energie benötigen, und ändern Sie zuerst deren Nutzung. Ein günstigerer Tarif senkt möglicherweise die Kosten, aber nicht die verbrauchten Kilowattstunden. Die folgenden 19 Tipps verbinden Messung, Kostenrechnung und sichere Nutzung, ohne eine feste Einsparung für jeden Haushalt zu versprechen.
Der erste Schritt: Die Grundlagen kennen
Notieren Sie Zählerstand und Datum und vergleichen Sie den Verbrauch über einen passenden Zeitraum. Der Haushaltszähler zeigt die Summe, nicht den Verbrauch eines einzelnen Geräts. Für Geräte mit Stecker hilft ein geeignetes Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät. Beachten Sie dessen zulässige Leistung und Einsatzbedingungen. Fest angeschlossene Geräte, Sicherungskästen und Leitungen werden dafür nicht geöffnet; solche Messungen gehören in fachkundige Hände.
| Gerätetyp | Sinnvolle Messung | Was der Wert aussagt |
|---|---|---|
| Waschmaschine oder Trockner | Einen vollständigen Durchlauf mit Programm und Beladung notieren | kWh pro konkretem Durchlauf, kein allgemeiner Verbrauch aller Programme |
| Kühlschrank oder Gefriergerät | Über mehrere typische Tage statt nur während eines Kompressorlaufs messen | Tagesverbrauch als Schätzung; Raumtemperatur und Nutzung beeinflussen die Hochrechnung |
| Stand-by-Gerät | Ruheleistung nach Ende aller Hintergrundaktivitäten messen | Watt im gemessenen Zustand, nicht automatisch der Jahresverbrauch |
Stromkosten = Verbrauch in kWh × Arbeitspreis in Euro/kWh. Bei gleichmäßiger Leistungsaufnahme gilt: kWh = Watt / 1.000 × Betriebsstunden. Für Wasch- oder Kühlgeräte mit wechselnder Leistung verwenden Sie die gemessenen kWh statt die maximale Wattzahl vom Typenschild.
Beispiel mit frei angenommenen Werten, nicht als aktueller Tarif oder Gerätemessung: 5 W dauerhafter Stand-by ergeben 5 / 1.000 × 24 × 365 = 43,8 kWh im Jahr. Bei 0,35 Euro/kWh sind das 15,33 Euro. Ein gemessener Waschgang mit 0,8 kWh kostet bei demselben Preis 0,28 Euro; 200 identische Durchläufe ergäben 56,00 Euro. Der feste Grundpreis des Tarifs fällt durch weniger Verbrauch nicht weg. Bei variablen Tarifen muss der jeweils geltende Arbeitspreis berücksichtigt werden.
Abbildung 1: Energiesparen klingt nach folgenschweren Einschränkungen für das alltägliche Leben, tatsächlich sind diese jedoch gar nicht notwendig, um erfolgreich weniger Energie zu verbrauchen. Im Grunde braucht es nicht mehr als das Bewusstsein dafür, dass Einsparungen in jedem Bereich des Haushalts möglich sind.
Vergleichen Sie Änderungen unter ähnlichen Bedingungen: dasselbe Waschprogramm mit gleicher Beladung oder Kühlgeräte bei ähnlicher Raumtemperatur. Eine kurze Momentaufnahme ist kein belastbarer Jahreswert. Bevor Sie ein funktionierendes Gerät ersetzen, stellen Sie mögliche jährliche Stromkostenunterschiede den Anschaffungskosten gegenüber. Ein niedrigerer Labelwert allein beweist noch nicht, dass sich der Neukauf für Sie lohnt.
Schritt 1: Der Umgang mit Elektrogeräten
Beginnen Sie mit Geräten, die oft oder lange laufen. Eine gemessene kleine Leistung im Dauerbetrieb kann übers Jahr wichtiger sein als die hohe Leistung eines selten genutzten Geräts. Ordnen Sie die Messung deshalb immer der tatsächlichen Nutzung zu.
| Ihre Beobachtung | Sinnvoller erster Schritt | Vergleich danach |
|---|---|---|
| Viele Wasch- oder Trockengänge | Geeignete Ladungen und Programme prüfen | kWh je vergleichbarem Durchlauf und Zahl der Durchläufe |
| Kühlgerät läuft ständig mit | Aufstellbedingungen, Temperatur und Dichtungen prüfen | Verbrauch über mehrere vergleichbare Tage |
| Gerät wird selten genutzt | Stand-by nach Ende aller Hintergrundaktivitäten messen | Ruheverbrauch mit und ohne zulässige Abschaltung |
Neukauf nicht mit einer Spargarantie gleichsetzen: Eine frei angenommene Differenz von 60 kWh pro Jahr entspricht bei 0,35 Euro/kWh nur 21 Euro jährlichem Stromkostenunterschied. Vergleichen Sie diesen Betrag mit Kauf- und Reparaturkosten und Ihrer weiteren Nutzung. Das Rechenbeispiel ist kein aktueller Tarif, keine Gerätemessung und keine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Abbildung 2: Ladegeräte können auch ohne angeschlossenes Gerät Strom aufnehmen. Wie viel, lässt sich messen. Beachten Sie beim Laden die Anleitung und trennen Sie nicht benötigte Netzteile bei Bedarf vom Netz.
-
Tipp 1: Vergleichen Sie beim Neukauf neben der Effizienzklasse die Verbrauchswerte in kWh und die passende Größe. Klasse und Verbrauch sind verschiedene Angaben. Achten Sie auf dieselbe Bezugsgröße, etwa pro Jahr oder pro Zahl von Zyklen, und vergleichen Sie Geräte für dieselbe Aufgabe. Labelwerte entstehen unter festgelegten Bedingungen, nicht bei jeder persönlichen Nutzung.
-
Tipp 2: Was man will und was man braucht sind nicht immer die identischen Dinge. Umso wichtiger ist, dass vor dem Kauf Klarheit bezüglich des Zwecks eines Neugeräts und der persönlichen Bedürfnisse besteht. Womöglich fällt die Entscheidung dadurch zugunsten eines energiesparenderen Produkts.
-
Tipp 3: Trennen Sie nicht benötigte Ladegeräte vom Netz, sofern die Geräteanleitung keinen dauerhaften Anschluss vorsieht. Der Leerlaufverbrauch kann klein sein; messen Sie ihn, statt Ladegeräten pauschal hohe Kosten zuzuschreiben. Für Ladezustand und Akkupflege gelten die Herstellerhinweise.
-
Tipp 4: Prüfen Sie den Stand-by-Verbrauch häufig ungenutzter Geräte. Eine geeignete schaltbare Steckdosenleiste kann ihn unterbinden. Beachten Sie Belastungsgrenzen und die Geräteanleitung. Kühlgeräte, medizinische Geräte oder Technik mit notwendigem Dauerbetrieb werden nicht pauschal mit abgeschaltet.
Bei elektrischen Luftentfeuchtern richten Sie Betriebsart und Zielwert nach Feuchteproblem und Anleitung aus. Automatik verhindert je nach Gerät unnötigen Dauerbetrieb, ist aber keine pauschale Garantie für den geringsten Verbrauch.
Schritt 2: Stromsparen in der Küche
Küchengeräte sind oft täglich in Gebrauch, wenn sie nicht sogar in Dauerbetrieb (Kühlschrank, Tiefkühlschrank) stehen. Daher kann schon der umsichtige Einsatz für einen erheblich reduzierten Stromverbrauch sorgen.
Abbildung 3: Stromverbrauch hängt vom Gerät und seiner Nutzung ab. Messwerte zeigen, welche Änderung sich im eigenen Haushalt lohnt.
-
Tipp 5: Es muss aber nicht nur um die Geräte selbst gehen. Die richtige Auswahl von Kochgeschirr hilft zum Beispiel dabei, keine Energie zu vergeuden. Dazu sollten Töpfe und Pfannen die Herdplatte nach Möglichkeit vollständig bedecken.
-
Tipp 6: Verwenden Sie beim Kochen einen passenden Deckel, wenn das Gericht es erlaubt. So entweicht weniger Wärme. Wie groß die Einsparung ausfällt, hängt von Kochfeld, Topf, Wassermenge und Garvorgang ab.
-
Tipp 7: Erhitzen Sie im Wasserkocher nur die benötigte Wassermenge und beachten Sie die Mindestfüllmenge. Ob er sparsamer als Ihr Kochfeld arbeitet, hängt von Menge und Geräten ab; unnötig viel Wasser zu erhitzen kostet in beiden Fällen Energie.
-
Tipp 8: Nutzen Sie Restwärme nur, wenn Kochfeld und Gericht dafür geeignet sind. Induktion verhält sich anders als eine klassische Massekochplatte. Erforderliche Gartemperaturen dürfen nicht zugunsten einer vermeintlichen Einsparung unterschritten werden.
-
Tipp 9: Beim Backofen verzichten Sie nur dann auf Vorheizen, wenn Rezept und Geräteanleitung es zulassen. Eine feste Zugabe von fünf Minuten passt nicht zu jedem Gericht. Garzeit und sichere Durcherhitzung gehen vor; öffnen Sie die Tür nicht unnötig.
-
Tipp 10: Stellen Sie den Kühlschrank möglichst nicht neben Wärmequellen oder in direkte Sonne. Halten Sie Lüftungsöffnungen und die laut Anleitung nötigen Abstände frei. Ein besonders kalter Keller ist nicht automatisch geeignet: Der Aufstellort muss zum freigegebenen Umgebungstemperaturbereich des Geräts passen.
Rang 1 von 7 Modell aus unserer RanglisteRedaktionelle AuswahlSiemens KG39N2IAF iQ300Gesamtnote 1,25 SEHR GUT VergleichssiegerNutzinhalt Kühlfach260 LiterNutzinhalt Gefrierfach103 LiterJährlicher Stromverbrauch104 kWhLuftschallemission29 dB(A)Preisvergleich1 Angebotgünstigster bekannter Preis€ 2.229,00 ohne VersandGünstigster Anbieter: amazon.deStand: 16.10.2026, 11:38 Uhr -
Tipp 11: Das BfR empfiehlt im Kühlschrank maximal +7 °C, besser unter +5 °C. Für einzelne Lebensmittel können strengere Angaben gelten, etwa auf der Verpackung. Prüfen Sie die tatsächliche Temperatur an verschiedenen Stellen mit einem Thermometer; die Reglerstufe ist kein Messwert. Öffnen Sie die Tür nur kurz. Lebensmittelsicherheit hat Vorrang vor einem wärmeren Sparbetrieb.
-
Tipp 12: Füllen Sie freien Kühlschrankraum nicht pauschal mit Kartons oder anderem Material. Halten Sie Luftwege frei und überfüllen Sie das Gerät nicht. Entscheidend sind passende Temperatur, kurze Türöffnungen und intakte Dichtungen, nicht künstlich belegter Stauraum.
Für Gefriergeräte gilt eine andere Temperatur: -18 °C, nicht +7 °C. Aufstell- und Lüftungshinweise gelten auch dort nach Modellanleitung. Geräte ohne entsprechende Abtauautomatik tauen Sie bei Bedarf nach Anleitung ab: ausschalten, Stromversorgung trennen und Gefriergut kühl lagern. Eis nicht mit Messern lösen und den Vorgang nicht mit Föhn oder anderen nicht freigegebenen Wärmequellen beschleunigen.
Schritt 3: Waschen und Trocknen (Teil 1)
Entscheidend sind die tatsächlich genutzten Ladungen und Programme. Wer Textilien sinnvoll gruppiert, vermeidet unnötige Durchläufe, ohne empfindliche Wäsche zu überladen oder ungeeignete Stücke zusammen zu waschen.
Abbildung 4: Nutzen Sie die zulässige Beladung des gewählten Programms möglichst aus, ohne Waschmaschine oder Trockner zu überladen.
-
Tipp 13: Einen Warmwasseranschluss nutzen Sie nur bei einer Waschmaschine, die ausdrücklich dafür vorgesehen ist. Ein für Kaltwasser ausgelegtes Gerät wird nicht einfach an Warmwasser angeschlossen. Ob sich die Lösung lohnt, hängt auch von der Warmwassererzeugung und den Leitungsverlusten ab; die Energie zum Erwärmen verschwindet nicht.
-
Tipp 14: Sammeln Sie passende Wäsche, um die zulässige Beladung des gewählten Programms möglichst auszunutzen. Fein-, Woll- und Schnellprogramme erlauben oft weniger als die maximale Maschinenkapazität. Überladen verschlechtert das Ergebnis; Pflegeetiketten und Programmtabelle haben Vorrang.
-
Tipp 15: Für passende normal verschmutzte Wäsche sind Eco-Programme und niedrigere Temperaturen sinnvoll. Kurzprogramme sparen Zeit, nicht automatisch Strom. "Eco 40-60" garantiert keine durchgehende 60-°C-Wäsche. Für hygieneempfindliche Wäsche gelten andere Anforderungen: Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt unter anderem für Putztücher, Handtücher und Unterwäsche mindestens 60 °C mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel. Beachten Sie die Textilfreigabe und wählen Sie das passende Programm; bei Infektionen oder geschwächtem Immunsystem ist fachlicher Rat maßgeblich.
Aus hygienischen Gründen empfiehlt das Institut außerdem nach etwa jeder fünften Wäsche oder alle zwei Wochen einen 60-°C-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel. Prüfen Sie ergänzend das Pflegeprogramm Ihrer Geräteanleitung. Die Einordnung der Waschprogramme hilft bei der Auswahl.
-
Tipp 16: Wenn Sie Wäsche an der Luft trocknen, entfällt der Stromverbrauch des Trockners. In Innenräumen müssen Sie die zusätzliche Feuchte durch geeignetes Lüften begrenzen; der gesamte Energieaufwand hängt auch von der Heizung ab. Nutzen Sie einen Trockner, beachten Sie Programmfüllmenge, passende Schleuderdrehzahl der Waschmaschine und die Reinigung der Filter nach Anleitung. Eine Trocknung mit Luftentfeuchter benötigt ebenfalls Strom und ist nicht ohne Messung als günstigere Lösung zu bewerten.
Wenn genug Platz zum Aufhängen vorhanden ist, kann ein Luftentfeuchter die Lufttrocknung unterstützen. Ob das gegenüber einem Trockner sinnvoll ist, hängt auch von Laufzeit, Raum und Verbrauch ab. Eine pauschale Kostenersparnis folgt daraus nicht. Wäsche mit einem Luftentfeuchter trocknen: Voraussetzungen und Grenzen
Schritt 4: Körperpflege und Beleuchtung
Auch im Badezimmer lohnt eine passende Nutzung. Kleine Ladeeinsparungen sollten aber nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten als ein nachweislich hoher Verbrauch an anderer Stelle.
Abbildung 5: Ob Fön, Rasierer oder elektrische Zahnbürste - auch im Badezimmer gibt es ausreichend Potenzial, um Strom zu sparen.
-
Tipp 17: Er bedeutet eine Zeitersparnis, benötigt dafür aber Strom. Deshalb sollten Sie den Fön nur dann nutzen, wenn es wirklich notwendig ist. Gerade im Sommer ist ein Verzicht denkbar.
-
Tipp 18: Laden Sie elektrische Zahnbürsten und Rasierapparate nach Herstelleranleitung. Netzteil und Ladestation bleiben trocken. Einen Rasierer nutzen Sie bei Nassrasur oder unter der Dusche nie mit angeschlossenem Ladekabel; eine Nassreinigungsfreigabe reicht für diese Nutzung nicht aus. Die Unterschiede zwischen Trockenrasur, Nassrasur und Dusche sind wichtiger als kleine Ladeeinsparungen.
- Tipp 19: Prüfen Sie bei alten Halogenlampen den Austausch gegen geeignete LED-Leuchtmittel. Vergleichen Sie Helligkeit in Lumen, nicht nur Watt, und beachten Sie Sockel, Dimmer, Trafo und die Freigabe der Leuchte. Im Bad muss die Beleuchtung zur Einbausituation passen. Arbeiten an fest installierten Leuchten und elektrischen Anschlüssen gehören in fachkundige Hände.
Quellen (5)
Die Kostenbeispiele verwenden angenommene Werte, keine aktuellen Marktpreise.
Bildnachweise:
- Abbildung 1: fotolia.com © jozsitoeroe
- Abbildung 2: fotolia.com © Africa Studio
- Abbildung 3: fotolia.com © stokkete
- Abbildung 4: fotolia.com © Africa Studio
- Abbildung 5: fotolia.com © lightfield-studios

